Psychotherapie aus Hamburg

Praxisalltag

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Warum ich mich auf psychische Belastungen rund um Kinderwunsch, Schwangerschaft, Geburt und Elternschaft spezialisiert habe

Warum ich mich auf psychische Belastungen rund um Kinderwunsch, Schwangerschaft, Geburt und Elternschaft spezialisiert habe

Fachliche Schwerpunkte entstehen nicht von heute auf morgen. Sie entwickeln sich über Jahre aus beruflichen Erfahrungen, Gesprächen, Büchern, Fortbildungen und Themen, die einen immer wieder beschäftigen. In den vergangenen Jahren wurde für mich zunehmend deutlich, wie wichtig mir neben der allgemeinen psychotherapeutischen Arbeit insbesondere die Behandlung von Traumafolgestörungen ist. Durch diese Arbeit habe ich mich intensiv damit beschäftigt, wie belastende Erfahrungen nachwirken können und wie wichtig es ist, Menschen in besonders verletzlichen Lebensphasen fachlich fundiert zu begleiten. Daher rückte ein weiterer Bereich immer stärker in meinen fachlichen Fokus: die psychische Gesundheit rund um Familiengründung und Elternschaft – von Kinderwunsch und Schwangerschaft über Geburt bis hin zum Elternsein. Heute ist dieser Bereich ein wichtiger Schwerpunkt meiner psychotherapeutischen Arbeit in meiner Praxis für Psychotherapie in Hamburg-Eimsbüttel.

Widersprüchliche Gefühle sind in dieser Lebensphase normal

Mich beschäftigt immer wieder, wie selbstverständlich in unserer Gesellschaft bestimmte Vorstellungen damit verbunden werden, wie man sich rund um Kinderwunsch, Schwangerschaft, Geburt und Elternschaft eigentlich fühlen sollte:

  1. Die Entscheidung für die Elternschaft soll Erfüllung bedeuten.
  2. Die Kinderwunschphase soll Vorfreude auslösen.
  3. Die Schwangerschaft soll eine Zeit Glücks und der Erfüllung sein.
  4. Die Geburt soll ein wunderschönes Erlebnis sein.
  5. Die erste Zeit mit Baby soll voll Glück und Dankbarkeit sein.
  6. Die Elternschaft soll voller Hingabe sein.

Ich könnte diese Liste noch weiterführen. Ich streite auch nicht ab, dass diese Erfahrungen in dieser Phase genauso aussehen können, aber sie müssen es eben auch nicht. Tatsächlich erleben viele Personen diese Phasen deutlich ambivalenter und vielleicht erkennen Sie sich selbst in einigen dieser Erfahrungen wieder:

  1. Die Auseinandersetzung mit der Frage, ob man Eltern werden möchte, kann Klarheit schaffen und gleichzeitig Unsicherheit oder Angst auslösen.
  2. Ein unerfüllter Kinderwunsch kann mit großer Sehnsucht verbunden sein und gleichzeitig Unsicherheit, Trauer, Enttäuschung oder Schuldgefühle mit sich bringen.
  3. Eine Kinderwunschbehandlung kann eine bewusste Entscheidung sein und trotzdem emotional sowie körperlich sehr belastend sein.
  4. Eine Schwangerschaft kann neben Vorfreude auch Ängste oder Sorgen auslösen.
  5. Eine Geburt kann medizinisch gut verlaufen sein und trotzdem emotional schmerzhaft oder traumatisch erlebt werden.
  6. Eltern können sich sehr auf ihr Kind gefreut haben und sich trotzdem plötzlich überfordert, erschöpft, traurig oder innerlich fremd fühlen.

Auch diese Liste ließe sich noch erweitern.

Wenn Gefühle keinen Platz bekommen

Was viele Menschen dabei zusätzlich belastet, sind nicht nur die Gefühle selbst, sondern auch die Vorstellung, diese Gefühle eigentlich gar nicht haben zu dürfen. Gerade wenn das eigene Erleben von den eigenen Vorstellungen oder von dem abweicht, was gesellschaftlich als „normal“ oder „richtig“ vermittelt wird, können Scham und Schuldgefühle entstehen. Vielleicht denken Sie:

  1. Was stimmt bloß mit mir oder meinem Körper nicht?
  2. Warum bin ich nicht einfach glücklich?
  3. Ich wollte dieses Kind doch so sehr.
  4. Andere schaffen das doch auch.
  5. Ich müsste diese Zeit doch genießen.
  6. Ich bin undankbar.

Manche Menschen sprechen deshalb lange nicht darüber. Sie haben Angst, verurteilt zu werden, andere zu enttäuschen oder als undankbar, egoistisch oder ungeeignet wahrgenommen zu werden. Dabei sind auch unangenehme Gefühle und widersprüchliche Gedanken ein möglicher Bestandteil dieser Lebensphase. Sie machen einen Menschen nicht zu einer schlechten Mutter oder einem schlechten Vater. Und sie bedeuten nicht automatisch, dass eine psychische Erkrankung vorliegt. Sie dürfen trotzdem ernst genommen werden.

M.Sc. Psych. Alexandra Wiegert
Psychologische Psychotherapeutin

Wenn aus Belastung psychischer Leidensdruck wird

Manchmal bleiben Ängste, Traurigkeit, Überforderung oder innere Anspannung jedoch nicht vorübergehend, sondern entwickeln sich zu einem anhaltenden Leidensdruck. Vielleicht drehen sich Ihre Gedanken ständig im Kreis. Vielleicht fällt das Einschlafen schwer oder Sie fühlen sich dauerhaft erschöpft. Vielleicht haben Sie das Gefühl, den eigenen Ansprüchen nicht mehr gerecht zu werden. Oder Sie ziehen sich zunehmend zurück, weil Ihnen selbst Begegnungen mit anderen Menschen zu viel werden. Tätigkeiten, die sonst Freude bereitet haben, machen auf einmal keinen Spaß mehr. Sie fühlen sich zunehmend gereizt oder erleben vielleicht sogar starke Wut gegenüber Ihrem Kind. Manche Menschen entwickeln ausgeprägte Sorgen oder Kontrollverhalten. Andere leiden unter aufdringlichen, unerwünschten Gedanken, die ihnen selbst Angst machen. Psychische Belastungen rund um Kinderwunsch, Schwangerschaft, Geburt und Elternschaft können sich sehr unterschiedlich zeigen. Mit solchen Belastungen müssen Sie nicht alleine bleiben.

Wann kann ein Erstgespräch sinnvoll sein?

Ein psychotherapeutisches Erstgespräch kann sinnvoll sein, wenn Sie merken, dass Ihre psychische Belastung anhält, Ihren Alltag beeinträchtigt oder Sie zunehmend das Gefühl haben, alleine nicht mehr weiterzukommen. Dabei kann es beispielsweise um psychische Belastungen bei unerfülltem Kinderwunsch, Ängste oder depressive Beschwerden in der Schwangerschaft, Geburtsangst, die Verarbeitung einer traumatisch erlebten Geburt, depressive Symptome nach der Geburt oder Schwierigkeiten in der Elternschaft gehen.
Dabei muss nicht von Anfang an feststehen, ob eine Psychotherapie notwendig ist. In einem Erstgespräch können wir gemeinsam schauen, was Sie aktuell belastet, wie Sie Ihre Situation erleben und welche Form der Unterstützung für Sie sinnvoll sein könnte.

Ich selbst habe es erlebt, wie wichtig es ist in belastenden Lebenssituationen fachliche und passende Hilfe zu bekommen. Und genauso einen Ort will ich schaffen.

Psychotherapie und psychotherapeutische Beratung als Raum für das, was sonst wenig Platz bekommt

 In meiner Arbeit möchte ich einen Raum bieten, in dem auch die Gefühle und Gedanken Platz haben dürfen, die vermeintlich nicht in das Bild einer glücklichen Familiengründung passen. Sie müssen sich nicht dafür rechtfertigen, dass Sie anders empfinden, als Sie es von sich selbst oder andere von Ihnen erwarten. Gerade diese widersprüchlichen, unangenehmen oder schambehafteten Gefühle sollen ihren Platz in unserer Arbeit finden. Gemeinsam mit Ihnen möchte ich daran arbeiten, dass Sie wieder mehr Sicherheit, Selbstwirksamkeit und Selbstmitgefühl entwickeln. Wenn Sie sich in dieser Lebensphase psychisch belastet fühlen, melden Sie sich gerne bei mir. Ich freue mich drauf, Sie kennenzulernen!

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